von Bianca Scheidereiter
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Frisch verliebt? Warum der Gefühlsrausch unseren Körper auf den Kopf stellt

Verliebtsein: Zwei Singles genießen ihr Liebesglück
Ist Liebe nur ein chemischer Prozess in unserem Körper? Oder steckt da viel mehr dahinter, als wir glauben? Erfahren Sie hier, was Verliebtseinfür unseren Körper bedeutet und warum ein dauerhafter Glückszustand lebensgefährlich ist.

 

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Verliebt sein ist...

…weniger als Liebe?

Glaubt man, stimmt aber nur bedingt. Denn Untersuchungen des Oldenburger Emotions- und Motivationspsychologen Prof. Dr. Ulrich Mees1 zufolge weist das Verliebt sein sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zum Gefühl der Liebe auf:
 

Tabelle zum Unterschied zwischen verliebt sein und Liebe
Quelle: http://www.uni-oldenburg.de/aktuelles/einblicke/25/liebe-und-verliebtsein/ (08.01.2015), eigene Darstellung
 

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…eine Herzensangelegenheit?

Definitiv ja, ABER nicht nur. Denn Verliebt sein entsteht vor allem im Gehirn. Das Auf und Ab verschiedener Botenstoffe in unserem Gehirn sorgt erst für die Gefühle, die wir dann als Verliebtheit interpretieren.

"Verliebte sehen nicht die artigen Kindereien, die sie begehen." (Shakespeare)

Es sind unter anderem Adrenalin, Dopamin und Serotonin, die dazu beitragen, dass wir uns wie Kinder benehmen, den anderen nicht vergessen können und ständig in Glücksgefühlen baden.

…nur ein Schwung von Hormonen?

Keinesfalls! Denn was wir fühlen, mag zwar vom Gehirn kommen, aber die Auswirkungen spüren wir im ganzen Körper. Adrenalin lässt unser Herz klopfen, Dopamin versetzt uns in einen Zustand der Glückseligkeit und Serotonin schärft die Neugier für unsere frische Liebe. Denn das sind die Gefühle, die wir spüren und die sich umso schöner anfühlen, wenn wir merken, dass Sie erwidert werden.

Expertentipp (Dr. Wiebke Neberich):„Oxytocin wird auch während des Geschlechtsverkehrs ausgeschüttet. Somit trägt regelmäßiger Sex auch zur Bindung zwischen den Partnern bei.“

Wann wird aus dem Gefühl des Verliebtseins echte Liebe?

Der Zustand des Verliebtseins versetzt uns regelrecht in einen Gefühlsrausch. Wie lange dieser Zustand anhält, hängt sowohl von der Person als auch von den Umständen der Beziehung ab.

Deshalb ist sich auch die Wissenschaft über die Dauer der Verliebtseins-Phase uneinig. Laut Studien dauert der Zustand zwischen 18 Monate und 3 Jahren. Laut der US-Anthropologin Helen Fischer hält der Zustand sogar noch länger an, wenn Paare zum Beispiel in großer Entfernung zueinander leben oder einer der beiden sich noch in einer festen Partnerschaft befindet.2
   
Der Grund hierfür liegt laut Helen Fischer in der Funktion des Hormonsystems. Das Dopamin, der Motor für unsere Glücksgefühle, arbeitet solange die Belohnung ausbleibt und wir um unser Glück kämpfen müssen.

Ist die Phase der Verliebtheit vorbei, müssen wir uns die Frage stellen, ob der Partner für uns der Richtige ist oder wir lieber wieder als Single durch die Welt ziehen. Wir müssen uns in diesem Zusammenhang grundlegende über die Beziehung, die wir führen wollen Gedanken machen und gemeinsame Werte festlegen.

Hier stellt sich unmittelbar die Frage: Warum können wir nicht einfach ewig auf Wolke 7 schweben, wenn dadurch die Welt doch so viel schöner und einfacher ist?
 

Warum Verliebtsein auf Dauer lebensbedrohlich ist

Das Gefühl des Verliebtseins ist zwar ein schönes, würde uns auf Dauer aber auf zwei Ebenen Schaden:

1.    Ein langanhaltender Hormon-Cocktail stresst unseren Körper

Serotonin, Adrenalin, Oxytocin, Teststeron, Endorphin, Dopamin: Das ist nur ein Auszug der bereits von Forschern nachgewiesenen Hormone, die bei Verliebten vermehrt ausgeschüttet werden. Während sie uns, wie oben beschrieben, ein wunderbares Hochgefühl vermitteln, sind Sie gleichzeitig auch reinster Stress für den Körper. Vor allem Adrenalin wird auch in Angstsituationen ausgeschüttet und führt zu einem schnelleren Herzschlag und schnelleren Puls. Diesen Zustand über mehrer Jahre zu halten, würde einer Angststörung gleichkommen.

2.    Ständige Fixierung stört unser „normales“ soziales Verhalten

Verliebtheit macht süchtig. Und das nicht nur im übertragenen Sinn. Peter Walschburger, emeritierter Professor für Biopsychologie an der Freien Universität Berlin, sieht im Gefühl der Verliebtheit Parallelen zu Drogen-Süchtigen. So verführt uns die ständige Fixierung auf den Menschen unserer Begierde dazu, unser „normales“ soziales Leben zu vernachlässigen.3
 
Hält der Zustand zu lange an, laufen wir Gefahr Freunde und Familie zu verlieren und uns von unserem neuen Partner komplett abhängig zu machen. Ein Zustand, den sich niemand wünschen sollte.

Genießen wir deshalb lieber das Gefühl der Verliebtheit als eine Übergangsphase in eine langanhaltende und glückliche Partnerschaft!

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