07.02.2011, von eDarling Redaktion
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Beziehungsprobleme am Valentinstag

Mann streitet sich mit seiner Freundin
Der Tag der Liebe kann sich schnell als Tag der Enttäuschungen entpuppen. Gerade am Valentinstag werden Paare vor die Frage gestellt – wie glücklich sind wir wirklich? Am 14. Februar, der der romantischste aller Tage sein sollte, glauben viele, unbedingt etwas Besonderes erleben zu müssen. Das setzt den Partner und die Beziehung unter Druck. Was ist, wenn gerade heute alle anderen glücklicher scheinen als man selbst?

Den Tag der Liebe ignorieren? Unmöglich!

Der Valentinstag ist kein Tag wie jeder andere. Auch wenn Sie denken, dass Ihr Partner nichts Besonderes von Ihnen erwartet, würde er sich doch bestimmt trotzdem über ein Geschenk freuen - oder lieber ein romantisches Essen? Es ist schwer, richtig einzuschätzen, was der Partner sich vorstellt. Hinzu kommt, dass Wünsche selten direkt kommuniziert werden. Sie glauben, er muss wissen, dass einen Strauß Rosen und ein Candlelightdinner angebracht wären.
 

Große Erwartungen – große Enttäuschung

Schnell werden die Erwartungen an den Valentinstag nach oben geschraubt, so dass es immer schwerer wird, sie zu erfüllen. Beziehungsforscherin und Psychologin Wiebke Neberich weist darauf hin: „Es ist schwierig, an einem Tag wie dem Valentinstag zu ‚gewinnen‘ und die enormen Erwartungen zu erfüllen oder bestenfalls zu übertreffen. Im Gegensatz dazu ist es sehr einfach zu ‚verlieren‘.“

Anstatt den Tag durch kleine Gesten zu etwas besonderem zu machen, orientieren wir uns an vorgeprägten Mustern: Blumen, ein Geschenk, schick essen gehen und vielleicht noch tanzen. Solche Vorstellungen setzten beide Partner unter Druck und das ist nicht die beste Voraussetzung für einen romantischen Abend. Kleine Aufmerksamkeiten gehen vor diesem Hintergrund unter. Sie werden nicht mehr als authentische Liebesbeweise aufgefasst, sondern schlicht als dem Anlass angemessene Kleinigkeiten.

Sollten sich die Hoffnungen auf einen wunderbaren Tag nicht erfüllt haben, kann das der Beziehung schaden. Denn die Enttäuschung über den verpatzten Tag überträgt sich auf den Partner. In Zukunft sinkt die Erwartungshaltung. Wer glaubt, dass beuge weiteren Enttäuschungen vor, hat zwar Recht, vergisst aber, „dass niedrige Erwartungen im Allgemeinen negative Effekte zur Folge haben. Wenn die Erwartungen bezüglich des Partners oder der Beziehung vermindert werden, dann verheißt das auch nichts Gutes für die Zukunft der Beziehung“, erläutert die Psychologin.
 

Die Valentinstagsfalle: Das Glück der anderen

Eine weitere Valentinstagsfalle, in die Sie leicht geraten können, ist der Vergleich mit anderen Paaren. Sie erleben „nur“ einen normalen Valentinstagsabend anstatt den romantischen, von dem Sie insgeheim geträumt haben. Schon beschleicht sie beim Blick in die Gesichter der anderen das Gefühl: „Alle sind glücklich verliebt, nur ich nicht.“

Der Trugschluss ist zu glauben, bei den anderen sei es immer so wunderbar, wie in diesem Moment, während der eigene Valentinstag nicht perfekt ist. „Dieser ungünstige soziale Vergleich führt zu Unzufriedenheit mit der eigenen Beziehung und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Trennung“, warnt Wiebke Neberich und ergänzt: „Speziell an diesem Tag scheinen andere Beziehungen und andere Partner noch attraktiver. Ein Mechanismus, der das Risiko einer Trennung zusätzlich steigert.“
 

Trennungsgrund Valentinstag

Steht eine Beziehung bereits auf der Kippe, ist der Tag der Liebe eine sehr spezielle Herausforderung. Wie kaum an einem anderen Tag wird zum 14. Februar der Fokus auf die Beziehungen gerichtet. Das hat zu Folge, dass wir vermehrt überprüfen, ob wir mit unseren Partnern wirklich glücklich sind. Wer angesichts der medialen Liebespower an der Stärke seiner eigenen Gefühle zu zweifeln beginnt, ist schnell dabei seine Beziehung in Frage zu stellen. „Der Valentinstag birgt die Gefahr, ein Set von Prozessen anzukurbeln, die für die Beziehung abträglich sind und die bestehenden Probleme verstärken. Somit kann die Valentinstagsdynamik eine Trennung wahrscheinlicher machen“, so die Psychologin.

Das Bild der harmonisch, glücklichen Zweisamkeit wird am Valentinstag gern überzeichnet. Wer da mitzuhalten versucht, kommt schnell an seine „romantischen Grenzen“. Oder es stellt sich bereits im Vorfeld das Gefühl ein, dem nicht genügen zu können. „Aus diesem Grund wird dann oft gar nicht mehr der Versuch unternommen, die Erwartungen des Partners an diesem Tag zu erfüllen. Das führt leider dazu, dass das Projekt ‚Valentinstag‘ schon im Voraus zum Scheitern verurteilt ist“, konstatiert die Beziehungsforscherin Wiebke Neberich.

Da Sie nun wissen, welchen Fallen Sie ausweichen sollten, versuchen Sie den Valentinstag entspannt anzugehen. Es muss nicht rosarot vor Ihren Augen flimmern, nur weil es gerade der 14. Februar ist. Und doch kann es niemals schaden, wenn Sie Ihrem Partner auf Ihre ganz eigene Weise sagen: „Ich liebe dich.“

Stefan Hensel, eDarling Redaktion 2011

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